Marktausblick 2018

2017 war ein tolles Börsenjahr. Wie sieht es für 2018 aus? Die Aktienmärkte rennen von Hoch zu Hoch. Wir sehen eine blanke Euphorie bei den Anlegern. Berechtigt?

Man muss vier Sachen betrachten, die dafür sprechen. Wir haben nach wie vor ein solides Wirtschaftswachstum, eine expansive Geldpolitik durch die Notenbanken, weiterhin niedrige Kapitalmarktzinsen und eine gute Stimmungslage/ungebremste Konsumlaune. Das beflügelt natürlich die Märkte.

Die globale Konjunkturentwicklung beschleunigt sich und der Welthandel zieht ebenfalls an. Die Erwartungen der Job-Daten und die Erwartungen vom Wachstum innerhalb der Eurozone wurden übertroffen.  Die EZB hält weiter an ihrer Geldpolitik fest, reduziert aber ihr Anleihenkaufprogramm. Hier bleiben die Zinsen weiterhin niedrig. Dadurch wird die gesamte Weltwirtschaft künstlich gepusht und wächst nur so stark wegen der Maßnahmen der Zentralbanken.

Die Geldmenge M1 nimmt weiter zu, so erhöht sich die Liquidität. Das führt zu expansiven Kreditvergaben und zu erhöhten Investitionen und Konsum.

Die US-Steuerreform sorgt dafür, dass amerikanische Unternehmen wie Apple, Alphabet, Microsoft, J.P. Morgan, Goldman Sachs, CitiGroup und die Bank of america ihre Gewinne aus dem Ausland zurück ins Inland holen und für Investitionen oder Aktienrückkäufe nutzen könnten. Glaubt man den Medien, sollen wohl 2,6 Billionen US-Dollar im Ausland an Gewinnen liegen.

Das gibt den amerikanischen DOW Jones und S&P500 natürlich einen großen Schub!
Die Arbeitslosigkeit wird sinken, die Einkommen und Produktivität der Amerikaner werden steigen. Das wird natürlich auch den Konsum befeuern und damit auch die amerikanischen Aktienmärkte. Es bleibt weiter spannend und uns steht der längste Bullenmarkt der Geschichte bevor. Für die Aktienmärkte sollten die jüngsten Zinserhöhungen noch keinen Gegenwind bringen, da die Fed erst am Anfang des Zinszyklus steht und das Zinsniveau weiterhin sehr niedrig ist.

Dennoch weisen Rohstoffe, Europa, Japan und die Emerging Markets günstige Bewertungen auf. Gerade in den Emerging Markets sehen wir ein hohes Wachstum, niedrige Inflation, große Mengen an Währungsreserven so wie Kapitalzuflüsse. Für Emerging Markets spricht das hohe Aufholpotenzial der Schwellenländer, die mit ihren unterausgelasteten Kapazitäten auf günstige Rahmenbedingungen treffen.Die Wachstumsdifferenzen zwischen den Schwellenländern und den Industrienationen werden wieder zunehmen. An den Kapitalmärkten dürften hiervon vor allem die Risikoanlageklassen in den aufstrebenden Volkswirtschaften profitieren. Hinzu kommt, dass sich die Rohstoffpreise stark erholt haben und der US-Dollar seinen Abwärtstrend des letzten Jahres weiter fortsetzt. Hiervon sollten vor allem die Rohstoffexporteure profitieren können. Rohstoffproduzenten fahren ihre Investitionen runter (Kapitaldisziplin), so dass man positiv für Rohstoffe gestimmt sein kann. Wir sehen aktuell einen steigenden Ölpreis, der nun die 70$ Marke durchbrochen hat – das wirkt inflationär.

Die Finanzmärkte sind ständig in Bewegung. Stabilisierung sollte durch eine breite Streuung erfolgen. Bleiben Sie investiert, aber aktivieren Sie Ihre Airbags.

“Von Gewinnmitnahmen ist noch nie jemand arm geworden”.

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