Altersvorsorge und Investment

 

Hierzu habe ich am 25.08.2017 bereits einen kurzen Beitrag verfasst (“Wie geht es weiter mit der gesetzlichen Rente?”) und darauf hingewiesen, dass aufgrund der demografischen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland die gesetzliche Rentenversicherung vor einem sehr großen Problem steht. Schließlich erhöht sich in den nächsten Jahren die Zahl der Rentner, während die Zahl der Beitragszahler sinkt. Insofern bleiben nur drei Möglichkeiten, um das aktuelle System am laufen zu halten:

  1. Ausgaben senken – Die zukünftigen Renten werden deutlich gesenkt
  2. Einnahmen erhöhen – Der Beitragssatz steigt spürbar und erhöht so die Lohnnebenkosten
  3. Erhöhung des Renteneintrittsalters – Durch ein Renteneintrittsalter von bspw. 70 Jahren erhöht man die Einzahlungsphase um 3 Jahre und verkürzt zugleich die Entnahmephase

 

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft hat einen Rechner programmiert, wo jeder Rentenminister spielen kann. Hier sieht man sehr schön, wie sich Veränderungen an diesen drei Stellschrauben auswirken und welche Konsequenzen das hätte:

 

https://rentenminister.gdv.de/#!/auswirkungen_deutschland

 

Einfach mal ausprobieren. J

 

 

Eines wird sicherlich sehr schnell klar. An einer privaten Vorsorge führt kein Weg vorbei, wenn man nicht bis 80 oder 85 arbeiten möchte. Denn ob das Rentenniveau mit 65, 67 oder 70 nun bei 40, 42 oder 45% liegt ändert an der entstehenden Rentenlücke nicht so viel, da in jedem Fall über 50% (!!!!) des Einkommens fehlen.

 

Da hiermit das „ob“ geklärt ist geht es also nur noch um das „wie“. Auch hier verweise ich auf meinen Post vom 25.08.2017, dass es mehrere Möglichkeiten mit unterschiedlichen Merkmalen gibt, die pauschale Aussagen welches das beste Produkt ist nicht zulassen.

 

Einige Aussagen lassen sich jedoch pauschal treffen:

 

  1. „Je höher die Rendite, desto niedriger ist der jeweils benötige Sparbeitrag!“

 

Eine Verzinsung von durchschnittlich mehr als 5% pro Jahr ist zwingend notwendig, um unter Berücksichtigung von Inflation und Steuern die benötigten Sparbeträge halbwegs finanzierbar zu halten. Deshalb scheiden Tages- und Festgeldkonten sowie Bausparverträge und nicht fondsgebundenen Lebensversicherung mittlerweile als Altersvorsorge aus.

 

 

  1. „Je früher ich beginne, desto höher ist das Ergebnis bzw. desto niedriger kann die Sparrate sein!“

 

Hier kommt der viel zitierte Zinses-Zins-Effekt ins Spiel, den unser Gehirn kaum begreifen kann. Kurz gesagt gilt: „Je länger mein Geld arbeiten kann, desto höher fallen die jährlichen Erträge aus“. Die ARD hat das in folgendem Video sehr schön erklärt:

 

https://boerse.ard.de/multimedia/audios-und-videos/sonstige/hr_28_06_2018_108.html

 

 

Wer möchte kann auch hier gerne bspw. unter www.zinsen-berechnen.de etwas spielen.

 

Hätte man bspw. im Jahre 0 exakt 1 € zu durchschnittlich 6% Zinsen angelegt, so stände heute auf dem Kontoauszug folgende Zahl:

1.167.444.125.868.006.722.275.829.536.217.458.129.005.569.120.403.456,00 €    J

 

  1. „Jedes Finanzprodukt muss regelmäßig auf den Prüfstand, um zu kontrollieren, ob es noch zur jeweiligen Lebenssituation passt!“

 

Genau wie jedes Auto alle zwei Jahre zum TÜV muss oder die meisten einmal pro Jahr zur Zahnkontrolle gehen, sollte man sich auch mit seinen Finanzprodukten mindestens alle 1-2 Jahre befassen und sich bspw. folgende Fragen stellen:

  • Hat sich in meinem Leben etwas geändert (Gehaltserhöhung, Hochzeit, usw.), weshalb ggf. eine Anpassung notwendig wird?
  • Nutze ich alle staatlichen Förderungen?
  • Erwirtschaften meine Produkte die gewünschte Rendite?
  • Werden meine Beiträge und Guthaben auch zukünftig gut verzinst investiert oder sollte ich meine Anlageentscheidung anpassen?

 

 

Bei der regelmäßigen Überprüfung Ihrer Produkte und der Beantwortung dieser und weiterer Fragen unterstützen Sie gut ausgebildete Finanz- und Anlageberater sicher gerne. Achten Sie aber darauf, dass diese die sowohl im Versicherungsbereich (§34d Abs. 1 GewO) als auch im Investmentbereich (§34f Abs. 1, Satz 1, Nr. 1 GewO) gesetzlich vorgeschriebenen Qualifikationen besitzen und regelmäßig Weiterbildungen besuchen. Nur so erhalten Sie qualifizierte Aussagen!

 

 

Investieren Sie ruhig jährlich ein paar Stunden in Ihre Finanzen. Schließlich geht es um Ihr Geld und um Ihre Altersvorsorge!

 

 

„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“ (John David Rockefeller)

 

 

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